Und dann machst du eben weiter - 100 Jahre Leben in Kassel

von Corinne Ludwig
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Corinne Ludwig Und dann machst du eben weiter - 100 Jahre Leben in Kassel
Corinne Ludwig - Und dann machst du eben weiter - 100 Jahre Leben in Kassel

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Beschreibung

Anna Löber wird 1921 in Kassel geboren. Sie ist zwölf Jahre alt, als die Nazis an die Macht kommen, achtzehn und hochschwanger, als der Zweite Weltkrieg ausbricht. Ihr Mann ist als Soldat eingezogen und die letzten Kriegsjahre erlebt sie, durch die Evakuierung nun auch vom Rest der Familie getrennt, als berufstätige Mutter mit Kind und auf sich allein gestellt. Die in dieser Zeit endgültig erlangte Selbstbestimmung und Durchsetzungskraft bewahrt sie sich – für ihre Generation nicht unbedingt üblich – auch über das Kriegsende und die Heimkehr ihres Mannes hinaus. Sie erfüllt die Rolle der versorgenden Ehefrau und Mutter, ist aber zugleich Geschäftspartnerin und Vertraute und in vielen Dingen eigenständig. Bis ins hohe Alter und solange es ihr möglich ist, verlässt sie sich weitgehend auf ihr eigenes Urteil und entscheidet frei von äußeren Einwirkungen, die Gedanken und das Bestreben immer nach vorn gerichtet.
„Und dann machst du eben weiter“ ist der Blick zurück auf einhundert ereignisreiche Jahre mitten in Deutschland und als Titel zugleich der rote Faden dieser für ihre Zeit typischen und doch individuellen Lebensgeschichte.

Mitwirkende

Autor:
Corinne Ludwig

Weitere Informationen

Exzerpt:
Biografien lassen sich grundsätzlich in zwei Kategorien einteilen: in jene von Menschen, deren Lebensverlauf typisch und exemplarisch für eine bestimmte Zeit oder Lebenssituation war, und in jene von Menschen, die qua ihrer Lebensleistungen oder Schicksale aus ihrer Zeit und unter ihren Mitmenschen herausragen. Die Lebensgeschichte meiner Großmutter fällt in die erste Kategorie. Sie hat es weder zu Berühmtheit gebracht noch etwas Einmaliges vollbracht. Vielmehr fielen in ihre Lebenszeit eine Vielzahl von Ereignissen und Veränderungen, die auch Millionen andere Deutsche betrafen: der Wahn des Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg, die Goldenen Zwanziger ebenso wie das Wirtschaftswunder der 1950er-Jahre und der anhaltende Aufschwung über die folgenden Jahrzehnte.
Ihre durch den Ersten Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise geprägte Kindheit, ihre jugendliche Begeisterung für bestimmte Aspekte des Nationalsozialismus und ihr unglaublich naiver und nicht hinterfragter Glaube an den deutschen Endsieg waren somit nicht ungewöhnlich.
Ebenso wenig wie ihre abrupte Abkehr vom Deutschen Reich und der mit ungebrochenem Fleiß und Pragmatismus und ohne einen Blick zurück in Angriff genommene Aufbruch in die Ära der Bundesrepublik. Es war also ein eher typisches, in gewisser Weise exemplarisches Leben. Ungewöhnlich machten es erst die gewissen Freiheiten und Eigenarten, die meine Großmutter sich immer zu nehmen wusste und bis ins hohe Alter bewahrte.
Denn aus heutiger Sicht war sie ein Kind ihrer Zeit und gleichwohl ihrer Zeit doch hin und wieder ein wenig voraus. Sie war im Grunde konservativ. Vereinte dies aber anscheinend problemlos mit dem eigenen Ausbrechen aus dem konservativen Frauenbild der NS- und auch der Nachkriegszeit. Ihre Sicht auf die Welt, auf Gesellschaft und Familie, war eher einfach und geradlinig. Aber nie so starr, dass diese Linien nicht verschoben werden konnten, wenn sie mit etwas in Berührung kam, was sie umdenken ließ. Übernahm sie in jungen Jahren kritiklos die Dogmen ihrer Zeit, entwickelte sie mit steigendem Alter zumindest eine zunehmende Neugier auf andere Sichtweisen als ihre eigene. So blieb sie eine Frau ihrer Zeit und ging zugleich mit der Zeit, beinahe einhundert Jahre lang, solange ihr Geist es zuließ.
Ich habe versucht, diese Jahre nachträglich festzuhalten, für sie selbst - auch wenn ihre fortschreitende Demenzerkrankung mittlerweile nicht mehr zulässt, dass sie das Ergebnis noch wirklich aufnehmen kann -, aber auch für uns, die nach ihr kamen und noch kommen.
Um den Kontext von Lebenszeit und Lebensumfeld deutlich zu machen, habe ich den einzelnen Abschnitten zeitgeschichtliche Informationen vorangestellt. Die Überschneidungen mit den erwähnten Ereignissen sind im Detail oft gering, weil das Leben meiner Großmutter sich weitestgehend innerhalb ihrer Familie abspielte. Sie war schon von Haus aus nicht besonders an Kunst und Kultur, Großereignissen oder Politik interessiert, wurde aber selbstverständlich von dem geprägt, was um sie herum geschah. Die gesamtgesellschaftliche dürfte auch ihre private Entwicklung nicht nur begleitet, sondern positiv befeuert und sie angespornt haben.
Ich erzähle ihre Lebensgeschichte zudem auf zwei Zeitebenen: die Heute-Ebene umfasst die knapp eineinhalb Jahre zwischen Januar 2019 und Mai 2020, in der wir immer wieder stundenlang sprachen und gemeinsam auf längst vergangene Tage zurückschauten. Die Damals-Ebene, die von 1921 bis 2018 reicht, ist sozusagen das Ergebnis dieser gemeinsamen Rückschau.
Da meine Großmutter und auch mein Großvater stets im Hier und Jetzt verhaftet waren und ihr Blick immer nach vorn, fast nie zurück oder nach innen gerichtet war, konnte ich weder auf Tagebücher, Briefe oder andere Aufzeichnungen zurückgreifen - mit Ausnahme von Fotos und einigen wenigen Dokumenten. So bilden die Erzählungen und Erinnerungen meiner Großmutter sowie die ihrer Tochter, meiner Mutter, und die von uns fünf Enkelkindern die Grundlage dieser Biografie. Den Wahrh
Herausgeber:
Selfpublishing Kassel
Klappentext:
Was bleibt von einem Leben, wenn es sich dem Ende zuneigt? Welche Spuren hinterlässt ein Mensch, wenn er oder sie sich keinen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert hat? Welche Erinnerungen überdauern? Was lebt in den Nachkommen fort?

Als ihre Großmutter nach einem Sturz pflegebedürftig wird, sieht die Journalistin Corinne Ludwig sich plötzlich mit genau diesen Fragen konfrontiert. Über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren führt sie immer wieder Gespräche mit ihrer 1921 in Kassel geborenen Großmutter und beginnt, ein Leben nachzuzeichnen, in dessen Verlauf eine Vielzahl tiefgreifender Veränderungen fielen: von den Goldenen Zwanzigern über den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg, die Nachkriegszeit, den Wiederaufbau und bis in unsere Tage und den so noch nie dagewesenen Ausnahmezustand der Corona-Pandemie. Damit einher geht ein Rückblick auf einhundert Jahre Kasseler Stadtgeschichte, die nicht minder spannend waren.

Innere Nähe und tiefe Vertrautheit sowie der Abstand von zwei Generationen mit entsprechend unterschiedlichen Lebensbedingungen, Lebenswegen und Denkmustern sind die Grundlage dieser Biografie einer für ihre Zeit gewöhnlichen und zugleich auch ein wenig ungewöhnlichen Frau.
Medientyp:
Buch gebunden
Verlag:
Nova MD
Einleitung:
Biografien lassen sich grundsätzlich in zwei Kategorien einteilen: in jene von Menschen, deren Lebensverlauf typisch und exemplarisch für eine bestimmte Zeit oder Lebenssituation war, und in jene von Menschen, die qua ihrer Lebensleistungen oder Schicksale aus ihrer Zeit und unter ihren Mitmenschen herausragen. Die Lebensgeschichte meiner Großmutter fällt in die erste Kategorie. Sie hat es weder zu Berühmtheit gebracht noch etwas Einmaliges vollbracht. Vielmehr fielen in ihre Lebenszeit eine Vielzahl von Ereignissen und Veränderungen, die auch Millionen andere Deutsche betrafen: der Wahn des Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg, die Goldenen Zwanziger ebenso wie das Wirtschaftswunder der 1950er-Jahre und der anhaltende Aufschwung über die folgenden Jahrzehnte.
Ihre durch den Ersten Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise geprägte Kindheit, ihre jugendliche Begeisterung für bestimmte Aspekte des Nationalsozialismus und ihr unglaublich naiver und nicht hinterfragter Glaube an den deutschen Endsieg waren somit nicht ungewöhnlich.
Ebenso wenig wie ihre abrupte Abkehr vom Deutschen Reich und der mit ungebrochenem Fleiß und Pragmatismus und ohne einen Blick zurück in Angriff genommene Aufbruch in die Ära der Bundesrepublik. Es war also ein eher typisches, in gewisser Weise exemplarisches Leben. Ungewöhnlich machten es erst die gewissen Freiheiten und Eigenarten, die meine Großmutter sich immer zu nehmen wusste und bis ins hohe Alter bewahrte.
Denn aus heutiger Sicht war sie ein Kind ihrer Zeit und gleichwohl ihrer Zeit doch hin und wieder ein wenig voraus. Sie war im Grunde konservativ. Vereinte dies aber anscheinend problemlos mit dem eigenen Ausbrechen aus dem konservativen Frauenbild der NS- und auch der Nachkriegszeit. Ihre Sicht auf die Welt, auf Gesellschaft und Familie, war eher einfach und geradlinig. Aber nie so starr, dass diese Linien nicht verschoben werden konnten, wenn sie mit etwas in Berührung kam, was sie umdenken ließ. Übernahm sie in jungen Jahren kritiklos die Dogmen ihrer Zeit, entwickelte sie mit steigendem Alter zumindest eine zunehmende Neugier auf andere Sichtweisen als ihre eigene. So blieb sie eine Frau ihrer Zeit und ging zugleich mit der Zeit, beinahe einhundert Jahre lang, solange ihr Geist es zuließ.
Ich habe versucht, diese Jahre nachträglich festzuhalten, für sie selbst – auch wenn ihre fortschreitende Demenzerkrankung mittlerweile nicht mehr zulässt, dass sie das Ergebnis noch wirklich aufnehmen kann –, aber auch für uns, die nach ihr kamen und noch kommen.
Um den Kontext von Lebenszeit und Lebensumfeld deutlich zu machen, habe ich den einzelnen Abschnitten zeitgeschichtliche Informationen vorangestellt. Die Überschneidungen mit den erwähnten Ereignissen sind im Detail oft gering, weil das Leben meiner Großmutter sich weitestgehend innerhalb ihrer Familie abspielte. Sie war schon von Haus aus nicht besonders an Kunst und Kultur, Großereignissen oder Politik interessiert, wurde aber selbstverständlich von dem geprägt, was um sie herum geschah. Die gesamtgesellschaftliche dürfte auch ihre private Entwicklung nicht nur begleitet, sondern positiv befeuert und sie angespornt haben.
Ich erzähle ihre Lebensgeschichte zudem auf zwei Zeitebenen: die Heute-Ebene umfasst die knapp eineinhalb Jahre zwischen Januar 2019 und Mai 2020, in der wir immer wieder stundenlang sprachen und gemeinsam auf längst vergangene Tage zurückschauten. Die Damals-Ebene, die von 1921 bis 2018 reicht, ist sozusagen das Ergebnis dieser gemeinsamen Rückschau.
Da meine Großmutter und auch mein Großvater stets im Hier und Jetzt verhaftet waren und ihr Blick immer nach vorn, fast nie zurück oder nach innen gerichtet war, konnte ich weder auf Tagebücher, Briefe oder andere Aufzeichnungen zurückgreifen – mit Ausnahme von Fotos und einigen wenigen Dokumenten. So bilden die Erzählungen und Erinnerungen meiner Großmutter sowie die ihrer Tochter, meiner Mutter, und die von uns fünf Enkelkindern die Grundlage dieser Biografie. Den Wahrheitsgehalt habe ich dort, wo es angebracht und möglich schien, nach bestem Gewissen überprüft. Eine Lebensgeschichte bleibt aber ein subjektiver Bericht aus einer spezifischen Perspektive – in diesem Fall meiner.
Biografie:
Corinne Ludwig ist wie ihre Großmutter in Kassel geboren. Nach dem Studium und einigen Jahren in der Fremde zog es die Journalistin 2006 wieder in ihre nordhessische Heimat zurück. Mit ihrer Freundin und Geschäftspartnerin Maren Keller berät und unterstützt sie mit Biografien Kassel Menschen, die ihre Lebensgeschichten aufschreiben möchten.
Sprache:
Deutsch
Auflage:
1
Seitenanzahl:
304

Stammdaten

Produkttyp:
Buch Gebunden
Verpackungsabmessungen:
0.215 x 0.158 x 0.03 m; 0.57 kg
GTIN:
09783966988582
DUIN:
EOFEJ798QV1
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