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Wir hatten Sex in den Trümmern und träumten

Die Wahrheit über die Popindustrie

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  • Kategorie: Pop & Rock
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Beschreibung

Was macht einen Star wirklich aus? Wer ist gekommen, um zu bleiben, und wer nächstes Jahr schon weg vom Fenster? Wer verdient, und wer wird verheizt? Tim Renner und Sarah Wächter wissen, wie das Musikgeschäft funktioniert. In "Wir hatten Sex in den Trümmern und träumten" erklären sie, wie das Business nicht nur Töne, sondern auch Typen und Träume verkauft, wie Stars gemacht und versenkt werden - und wer wirklich an den Schalthebeln der Popmaschine sitzt. Vor allem aber erzählen sie kuriose, grandiose und bewegende Storys aus der Sehnsuchtsfabrik: Wie Rammstein ihren US-Durchbruch der Bauweise amerikanischer Neonröhren (und dem blutigen Rücken ihres Sängers) verdankten, oder wie die Sex Pistols Pate standen für den fulminanten Publicity-Coup des Heino-Albums "Mit freundlichen Grüßen". Marusha, Eminem, Annette Humpe und viele andere bekannte Künstler kommen zu Wort und berichten, was das Musikgeschäft im Innersten zusammenhält. Ein bissiges Liebeslied an und eine liebevolle Abrechnung mit dem Pop - ein Buch, das uns seine Stars aber auch die unzähligen Hintermänner und -frauen zeigt, wie wir sie noch nie zuvor gesehen haben.

Mitwirkende

Autor: Tim Renner

Biographie Sarah Wächter

Sarah Wächter, geboren 1984, legte bereits mit 18 Jahren als DJane in Kölner Clubs Platten auf und schrieb für diverse Musikmagazine. Nach dem Umzug nach Berlin kam sie 2008 zum Label Motor Music und arbeitete zudem als Radio-Promoterin, Künstlermanagerin und Texteschreiberin. Seit 2012 leitet sie ihre eigene Promotion- und PR-Firma »s'läuft!«.

Biographie Tim Renner

Tim Renner, geboren 1964, ist einer der prominentesten deutschen Musikmanager, der u.a. Künstler wie Rammstein, Sportfreunde Stiller oder Element of Crime aufgebaut hat. Er begann seine Karriere 1986 als Talentscout bei Polydor und stieg 2001 bis zum CEO und Chairman von Universal Deutschland auf. Als sich das Unternehmen Anfang 2004 von vielen nationalen Interpreten trennen wollte, kündigte Renner und beschrieb seine Erfahrungen in dem viel beachtete Buch »Kinder, der Tod ist gar nicht so schlimm!« (2004). Ab 2005 baute er mit Motor Entertainment eine eigene Firmengruppe auf. 2009 wurde Tim Renner zum Professor an der Popakademie Baden-Württemberg ernannt. Er lebt in Berlin.

Anmerkung

Nichts ist so sexy wie ein Hit - Insider erzählen von Mythen und Machern im Musikbusiness.

Rezension

"Das Buch lässt sich im besten Sinne wie eine deftige Anekdotensammlung wegkonsumieren, aber genauso als kritisches Fachbuch und wohl auch als so etwas wie eine Gebrauchsanweisung studieren.", booknerds.de, Klaus Reckert, 25.12.2014

Textauszug

Wir hatten Sex in den Trümmern und träumtenTim Renner, Sarah Wächter Kapitel 1 Im Bann von Marion Aphrodite Gleiß Stars, Persönlichkeit und die Gabe des Charismas No more fucking rock and roll Es sei gleich mit dem ersten Satz dieses Buches klargestellt: Das historische Verdienst des Rock n Roll besteht darin, dass er die Musik frei von den Fesseln des Handwerks gemacht hat. Niemand muss sich mehr durch Musikschulen quälen oder von Gesangslehrern eine Technik vorgeben lassen, bevor er oder sie mitmachen darf. Können ist eine Option und keine Pflicht. Die Idee des Rock n Roll beruht auf Individualisten mit Charisma, nicht auf Virtuosen. Doch dann kamen die Leute, die noch weiter gingen und auch das Menschliche, das charismatische Element in Rock und Pop abschaffen wollten. In diesem Sinne wurden die Grundpfeiler des Rock n Roll Ende der achtziger Jahre in Berlin erschüttert. Man kann sich gepflegt darüber streiten, ob die neue Musikbewegung "Techno" nun zuerst in Detroit (durch Juan Atkins, Derrick May, Kevin Saunderson und Underground Resistance), Belgien (als Fortsetzung der "Electronic Body Music" des Brüsseler Labels Play It Again Sam oder auf den Platten von R&S aus Gent), Frankfurt (im Umfeld des "Technoclub" des DJs Talla 2XLC) oder im Berliner Ufo-Club (mit DJs wie Dr. Motte, Tanith und Kid Paul) entstand. Unstrittig ist, dass ihr theoretisches, den Heldenkult und das von Max Frisch einst als Kraft "magischer Herkunft" beschriebene Charisma des Rock n Roll verneinende Gerüst in einer Altbauwohnung in Berlin-Charlottenburg definiert wurde. Hier wohnte William Röttger. Der Münsteraner hatte als wissenschaftlicher Assistent an der Kunstakademie Münster in den siebziger Jahren die Frau seines Professors geschwängert und kümmerte sich nun um die DJ-Karriere derer beider Söhne aus erster Ehe, Fabian und Maximilian. Er war so etwas wie ihr Ersatzvater, Manager und Chef der gemeinsamen Plattenfirma Low Spirit. Maximilian legte als "DJ WestBam" auf, sein kleinerer Bruder Fabian folgte ihm als "DJ Dick" nach. Beide produzierten und veröffentlichten auch eigene Schallplatten. Rhetorisch waren alle drei bestens geschult. William Röttger wegen seines alten Jobs an der Uni, und die beiden Jungs ob der Tatsache, dass sie auf dem "Kotten" genannten Bauernhof im Künstlerhaushalt der Familie Lenz bereits von Kindheit an die erwachsenen Gäste mit Vorträgen unterhalten mussten und stets in deren Diskussionen eingebunden wurden. Parallel zu seinem musikalischen Schaffen veröffentlichte Maximilian deshalb auch regelmäßig Aufsätze. In einem Text namens "Techno Mittelalter" hieß es 1989: "Lebendig wurde die Musik der 80er in der Disco. Dort wurde, im Live- Mix der DJs, im besten Fall die Überraschung, die Disharmonie, die Improvisation, kurz: das Spiel mit der Musik spürbar, dieses musikalische Element, dessen Verlust Frank Zappa beklagt: You can t do that on stage no more ." Die Grundthese des jungen Maximilian Lenz war einerseits, dass die Musik des Rock n Roll in doppelter Art und Weise über die letzten fünfunddreißig Jahre pervertiert worden war. Erst hatte sie ihre Grundlage, das gleichberechtigte Feiern, gegen eine Art Führerkult eingetauscht. Das Ziel einer Band in den siebziger und achtziger Jahren war nicht mehr dasselbe wie in der Frühzeit des Rock n Roll. Die Leute sollten nicht primär miteinander tanzen, man spielte nicht mehr die angesagten Hits, sondern nur eigene Werke. Das Konzert war keine Party mehr, sondern vor allem die Huldigung der Stars. Es ging nicht mehr um den gemeinschaftlichen Spaß, sondern um die Verehrung der sich auf der Bühne inszenierenden Profilneurotiker. Auf den Befehl "Hands in the air!" ging es los, im Einheitsstakkato klatschend, die Händen über dem Kopf, alle im vorgegebenen Takt. Statt Gleichheit und Freiheit sahen die Techno-Revolutionäre im kontemporären Rock nur noch Unterordnung und kollektiven